Immer früher, immer länger: Klimawandel quält Allergiker

Pressemitteilung, 22.02.2023

Pollen-Allergiker bekommen die globale Klimaerwärmung ganz direkt zu spüren: Der Pollenflug beginnt inzwischen einen Monat früher, ist intensiver und dauert länger.

Deutschland steckt mitten in der Frühblühersaison, in der vor allem Hasel- und Erlenpollen den Allergikern zu schaffen machen. Und diese startete - wie schon in den letzten Jahren - mal wieder sehr früh: Bereits Anfang Januar machten sich die ersten Haselpollen auf den Weg. „Ungewöhnlich früh“ hätte man noch vor ein paar Jahren gesagt. Doch inzwischen ist der frühe Start die Regel und nicht mehr die Ausnahme.

Der Wetterdienst Donnerwetter.de beobachtet die Blüte und den Pollenflug in seinen phänologischen Gärten in Troisdorf im Rheinland und in Hellenthal in der Eifel. Dass die Zeiten des Pollenflugs sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verschoben haben, sehen die Meteorologen auch in ihren Daten: „Während in den Jahren 1990 bis 2000 Haselpollen im Dezember und Januar nur in jedem fünften Jahr in der Luft waren, gab es sie im Zeitraum 2000 bis 2010 bereits in jedem dritten Jahr“, sagt Dr. Karsten Brandt von Donnerwetter.de. „Und von 2010 bis 2020 war das schon in jedem zweiten Jahr der Fall.“

Im Norden und Osten Deutschlands, wo es generell etwas länger kalt ist, gibt es inzwischen in jedem dritten Jahr schon zum Jahresbeginn Haselpollen. Auch hier ist die Verschiebung deutlich, vor wenigen Jahrzehnten passierte das nämlich nur in jedem zehnten Jahr.

Zwei Wochen längerer Pollenflug der Frühblüher

Die langjährigen Beobachtungen zeigen auch, dass sich der Zeitraum des Pollenflug der Frühblüher um durchschnittlich zwei Wochen verlängert hat: „Der Haselpollenflug erstreckt sich im Süden und Westen Deutschlands mittlerweile auf den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende Februar“, erklärt Karsten Brandt. „Und die Erle sendet bereits zwischen Mitte Januar und Ende Februar ihre Pollen aus - und somit im Mittel etwa zwei Wochen früher und länger als in den 1990er- und 2000er-Jahren.“

Eine ähnliche Tendenz ist auch bei der Birke zu beobachten, deren Pollen besonders viele Allergiker besonders stark quälen: Setzte der Birkenpollenflug früher in der Regel erst im April ein, ist dies heute meist schon Ende März der Fall. „Und es gibt auch Anzeichen, dass der Birkenpollenflug in dieser Zeit auch noch stärker, intensiver als früher ist“, sagt der Donnerwetter.de-Meteorologe. Der Hauptpollenflug der Birke endet dann meist mit dem April, doch im Mai folgen schon die Gräser.

Und wenn Sie noch einen alten Pollenkalender zu Hause an der Wand haben: Auch er ist ein Opfer des Klimawandels geworden…

 
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