Sonnenfinsternis am Mittwoch

aktuell, 11.08.2026

Was man wo wie von Deutschland aus sehen kann. Und wann!

 

Am Mittwochabend, 12. August 2026, blickt ganz Europa gen Himmel: Der Mond schiebt sich vor die Sonne und sorgt für eine totale Sonnenfinsternis über europäischem Festland. In Deutschland selbst wird die Finsternis zwar „nur" partiell zu sehen sein – dafür aber besonders tief am Horizont und mit bis zu 90 Prozent verdeckter Sonnenscheibe. Wir erklären, wo der Kernschatten verläuft, wie stark die Verdunkelung hierzulande ausfällt, zu welchen Uhrzeiten es losgeht – und wie die Wetteraussichten für freie Sicht stehen.

Wo verläuft der Kernschatten?

Der Pfad der Totalität beginnt bei Sonnenaufgang über dem abgelegenen arktischen Russland nahe der Taimyrhalbinsel, zieht über den Arktischen Ozean nahe am Nordpol vorbei, überquert Grönland und den Westen Islands und läuft anschließend über den Atlantik. Auf dem europäischen Festland wird er in Nordspanien sichtbar, ein winziger Zipfel Nordostportugals ist ebenfalls betroffen, bevor der Pfad in der Nähe der Balearen endet.

Verlauf des Kernschattens
(c) European Space Agency (ESA)

In Nordspanien und auf den Balearen findet die Totalität während der „goldenen Stunde" kurz vor Sonnenuntergang statt – die Sonne verschwindet dort für rund zwei bis drei Minuten vollständig hinter dem Mond. Kein Wunder, dass Spanien für dieses Ereignis rund zwei Millionen Schutzbrillen ausgibt und auch ZDF-Moderatoren Harald Lesch und Jasmina Neudecker live von Mallorca aus berichten werden.

Wie stark verdunkelt sich die Sonne in Deutschland?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt es bei einer tiefen partiellen Sonnenfinsternis - der Mond schiebt sich nicht komplett vor die Sonne, deckt sie aber je nach Region zu 84 bis 92 Prozent ab. Das ist deutlich mehr als bei der letzten partiellen Finsternis im März 2025, die es hierzulande nur auf 10 bis 25 Prozent brachte.

Am stärksten fällt die Verdunkelung im Südwesten aus: Entlang der Linie Freiburg im Breisgau bis Konstanz am Bodensee werden bis zu 90 Prozent erreicht. Grundsätzlich gilt: Je weiter südwestlich, desto größer der Bedeckungsgrad.

Von wann bis wann ist sie zu sehen?

Weltweit läuft das Ereignis von etwa 17:34 Uhr bis gegen 22:00 Uhr MESZ ab – diese Zeitspanne beschreibt aber den gesamten globalen Verlauf, nicht das, was in Deutschland zu sehen ist.

Hierzulande beginnt die partielle Phase deutlich später und regional gestaffelt:

Beginn: ab etwa 19:11–19:26 Uhr MESZ, im Nordosten (Sylt, Greifswald) am frühesten gegen 19:12 Uhr, im Süden (München) erst gegen 19:23 Uhr
Maximum: zwischen etwa 20:05 und 20:19/20:25 Uhr MESZ, je nach Ort
Ende: Ein tatsächliches „Ende" der Finsternis erlebt in Deutschland niemand – die Sonne geht überall noch teilverfinstert unter. Der späteste Sonnenuntergang wird für Kleve gegen 21:04 Uhr erwartet.

Die Krux dabei: Das Maximum fällt auf den späten Abend, wenn die Sonne bereits sehr tief steht – im Scheitelpunkt nur noch etwa zwei bis sieben Grad über dem Horizont. Wer keinen freien Blick nach Westnordwesten hat, sieht schlicht nichts.

Wo ist die Beobachtung am besten?

Weil die Sonne so tief steht, entscheidet die Horizonthöhe über den Beobachtungserfolg. Am günstigsten liegt sie im Nordwesten Deutschlands: In Emden steht sie im Maximum noch 7,1 Grad über dem Horizont, in Aachen 6,4 Grad. Im Südosten wird es dagegen knapp – in Passau sind es nur noch 1,0 Grad, in Österreich (Linz, Wien, Graz, Klagenfurt) geht die Sonne teils schon unter, bevor das rechnerische Maximum erreicht ist.

Wichtigstes Kriterium für den Beobachtungsplatz ist deshalb ein freier Blick Richtung Westnordwest – Anhöhen, Deiche, Flussufer oder freie Feldflächen ohne Bebauung oder Bäume am Horizont sind ideal.

Wie das Wetter zur Sonnenfinsternis wird, lest ihr hier.

 
 
 
 
 
 
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